Mo
25
September

Lukas Bärfuss liest aus "Hagard"

Autorenlesung

Kiesel im k42
20:00 Uhr

Karten

Philip ist Ende vierzig, erfolgreicher Zürcher Immobilienentwickler, alleinerziehender Vater, der gerade eine höchst lukrative Seniorenresidenz auf Gran Canaria projektiert. Im Feierabendgedrängel am Zürcher Bellevueplatz sieht er eine Frau, vielleicht Mitte zwanzig, mit pflaumenblauen Ballerinas, aber er sieht sie nur von hinten. Philip folgt der jungen Frau hinein in das Gewühl, und nun beginnt ein Spiel, bei dem er sich sagt: „Geht sie dort entlang, lasse ich sie entschwinden; geht sie in die andere Richtung, spiele ich das Spiel noch eine kleine Weile weiter.“ Eine Verfolgung wie in einer Traumwelt beginnt und sie entwickelt einen atemlosen Sog, dem sich der Leser nicht entziehen kann. Lukas Bärfuss wäre nicht der aufregendste Schweizer Autor, für den ihn Viele halten, würde er in die schlanke Erzählung nicht Verweise, Gegenwartskritik, das alltäglich Bedrohliche, das Begehren, Reflexionen über das richtige Leben hineinweben.

Der Erfolgsschriftsteller, der vor seiner Autorenkarriere als Tabakbauer, Eisenleger und Gärtner gearbeitet hat, wurde zunächst als bedeutender Dramatiker der jungen Generation bekannt. Ein riesiger Publikumsrenner wurde sein Theaterstück „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ und ein Bestseller sein Roman „Hundert Tage“ über den Völkermord in Ruanda, der in 25 Sprachen übersetzt wurde. Bärfuss erhielt 2014 den Schweizer Buchpreis für den Roman „Koala“. „Hagard“ war für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017 nominiert.

EP: 5 €

© Claudia Herzog